Krankenversicherung für Grenzgänger
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Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für Grenzgänger

Versichert in der deutschen GKV - ist das sinnvoll?
Ihr Wahlrecht: Als Grenzgänger freiwillig versichert in der Deutschen GKV
Mitversicherung von Ehepartner und Kinder
Ergänzung mit den besten Zusatzversicherungen 2024
804 Bewertungen mit Ø 4,88 Sternen 
DSGVO konform

GKV für Grenzgänger

Das Wichtigste in Kürze

Grenzgänger in die Schweiz können als freiwilliges Mitglied in einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert sein.
In der Schweiz gibt es keinen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung, weshalb Sie Ihren Versicherungsbeitrag als Grenzgänger zu 100 Prozent selbst tragen müssen.
Die GKV für Grenzgänger ist die einzige Möglichkeit, Familienangehörige kostenlos mitzuversichern.
Daniel Seeger | Grenzgänger Spezialisten
Daniel Seeger
Experte für Kranken- und Krankenzusatzversicherung | 06.02.2022
In diesem Ratgeber
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Versichert in der deutschen GKV – als freiwilliges Mitglied

Sie leben in Deutschland und arbeiten in der Schweiz? Dann haben Sie als Grenzgänger die Wahl bezüglich Ihrer Krankenkasse. Entweder Sie können weiterhin freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland versichert bleiben. Oder Sie nutzen Ihr Wahlrecht als Arbeitnehmer in der Schweiz. Der Verbleib in der deutschen GKV kann unter verschiedenen Gesichtspunkten für Schweizer Grenzgänger sinnvoll sein. Beispielsweise wenn Sie ein eher geringes Einkommen erzielen oder Ihre Familie in der Krankenkasse voll mitversichern müssen.

Wir zeigen Ihnen, wann sich die gesetzliche Krankenversicherung als Grenzgänger lohnt und wann Sie vielleicht doch über eines der beiden anderen Modelle – die private Krankenversicherung oder die schweizer Krankenversicherung nach KVG – nachdenken sollten.

Wann lohnt sich die gesetzliche Krankenversicherung als Grenzgänger?

Um eine fundierte Entscheidung für eine gesetzliche Krankenkasse treffen zu können, sollten Sie sich vorab genau informieren und überlegen, was Ihnen bei Ihrer Versicherung als Grenzgänger wichtig ist. Grundsätzlich sollten Sie vor der Entscheidung für eine GKV folgende Fragen stellen:

  1. Familienmitglieder: Sollen Ehe- und Lebenspartner sowie die Kinder in der Krankenversicherung mitversichert sein?
  2. Ort der Behandlung: Legen Sie Wert darauf, in der Schweiz behandelt werden zu können?
  3. Leistungskatalog: Welche Leistungen sind Ihnen als Versicherter wichtig?
  4. Höhe des Gehalts: Wie hoch wird Ihr Einkommen als Grenzgänger in der Schweiz sein?

Die Antworten auf diese Fragen sind richtungsweisend, denn danach richtet sich die Entscheidung für Ihre Krankenversicherung als Grenzgänger. Sie können anfangs nur einmal zwischen den drei unterschiedlichen Modellen zur Krankenversicherung wählen. Dafür ist es wichtig, die einzelnen GKV- Modelle und Ihre Vor- und Nachteile zu verstehen.

Die Prinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) basiert auf zwei wichtigen Prinzipien:

  • Dem Solidaritätsprinzip: Jedem Mitglied der GKV kommt die gleiche Leistung, unabhängig seines Einkommens, bzw. der Höhe seines Beitrages zu.
  • Dem Sachleistungsprinzip: Jedem Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung stehen die Leistungen auch ohne finanzielle Vorleistungen zu.

Diese sogenannten Strukturprinzipien machen die gesetzliche Krankenversicherung für Schweizer Grenzgänger auf den ersten Blick sehr attraktiv. Dazu kommen noch weitere Vorteile. Jedoch gibt es gerade für Grenzgänger auch einige wichtige Aspekte, die gegen die Wahl der GKV sprechen.

Vorteile und Nachteile der GKV für Grenzgänger

Vorteile der deutschen GKV

Beitragshöhe bei geringen Einkommen: Die Höhe des Beitrags in der gesetzlichen Krankenversicherung für Grenzgänger ist einkommensabhängig und bemisst sich nach einem bestimmten Prozentsatz des Gehalts. Für Geringverdiener (Praktikanten, Studenten) ist das ein Vorteil, da sie entsprechend auch einen geringeren Beitrag zur GKV bezahlen.
Leistungsanspruch: Der Leistungsanspruch ist unabhängig von der Höhe des Versicherungsbeitrages zur GKV. 95-97% der Leistungen sind im Sozialgesetzbuch definiert und bei allen GKV identisch.
Familienangehörige: Angehörige der Familie können unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert werden. Dazu zählen der Ehepartner und die Kinder. Anforderungen sind zum Beispiel ein Wohnort, bzw. gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland.
Verbleib im Rentenalter: Arbeiten Sie bis zur Rente als Grenzgänger in der Schweiz, können Sie anschließend ohne Probleme weiterhin in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert bleiben.

Nachteile der deutschen GKV

Beitragshöhe ab mittlerem Einkommen: Der Versicherungsbeitrag  in der GKV steigt proportional zu Ihrem Gehalt. Je mehr Sie verdienen, desto höher wird der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung bis hin zur Beitragsbemessungsgrenze.
Leistungsumfang: Der Leistungskatalog der GKV ist fest definiert und beinhaltet die medizinisch notwendige, wirtschaftliche und zweckmäßige Behandlung. Das bedeutet: Sie werden als Versicherungsnehmer ausreichend versorgt. Das bedeutet aber auch: Möglicherweise sind die Leistungen, die Ihnen besonders wichtig sind oder die auf neuesten medizinischen Erkenntnissen beruhen, nicht in der GKV enthalten.
Behandlung in der Schweiz: Behandlungen in der Schweiz sind durch die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel nicht vollständig abgedeckt. Die Mehrkosten müssen Sie dann aus eigener Tasche begleichen. Das kann zu einer erheblichen Belastung werden.
Kein Arbeitgeberanteil: Ein ganz entscheidender Punkt ist, dass es für Sie als Arbeitnehmer eines Schweizer Unternehmens keinen Arbeitgeberanteil gibt. Sie tragen also die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung für Grenzgänger in voller Höhe. Diesen Punkt sollten Sie nicht unterschätzen. Denn der Beitrag zur GKV bemisst sich an Ihrem Bruttogehalt.

Welche gesetzliche Krankenkasse (GKV) ist die Richtige für Grenzgänger?

AOK, Techniker oder DAK? In Deutschland gibt es zahlreiche Krankenkassen, bei denen Sie sich als Grenzgänger gesetzlich versichern lassen können. Für welche Krankenkasse Sie sich entscheiden, können Sie auch als Grenzgänger frei bestimmen. Sie haben auch die Möglichkeit den Anbieter der Krankenversicherung zu wechseln. Ein Vergleich der gesetzlichen Versicherer lohnt sich also. Denn auch wenn alle auf den beiden Strukturprinzipien basieren, unterscheiden sie sich sowohl in den Leistungen als auch im monatlichen Beitrag zur Versicherung in einigen Punkten.

Leistungsunterschiede bei den Kassen

In der Grundabsicherung unterscheiden sich die Leistungen der gesetzlichen Kassen wenig, da sie strengen Vorgaben folgen. Sie sind im Sozialgesetzbuch (SGB), Buch fünf (V), genau definiert. Dennoch gibt es Feinheiten, die den einen oder anderen Unterschied für Versicherungsnehmer machen. Welche Leistungen eine Krankenkasse zusätzlich übernimmt (Satzungsleitungen) kann sie selbst entscheiden. Darum haben sich einige Spezialisierungen herausgebildet.

Wenn Sie ein besonderes Interesse an alternativen Heilmethoden haben, gibt es beispielsweise gesetzliche Krankenkassen für Grenzgänger, die diesen Bedarf in ihren Satzungsleitungen mitabdecken. Auch bei den Zuschüssen für eine professionelle Zahnreinigung gibt es von Kasse zu Kasse Unterschiede. Daher sollten sich die Leistungskataloge der verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen für Grenzgänger immer ganz genau ansehen und abwägen, welcher Anbieter zu Ihnen passt.

Bestimmte Leistungen, die Ihre Krankenkasse nicht anbietet, die Ihnen aber wichtig sind, können Sie bei Bedarf über private Zusatzversicherungen abdecken. Dazu zählen unter anderem:

Unterschiede bei der Beitragszusammensetzung

Die grundsätzlichen Leistungen, die eine gesetzliche Krankenversicherung für Grenzgänger abdecken muss sind wie gesagt vorgeschrieben. Dennoch sind die Beiträge zur GKV nicht immer gleich hoch. Das liegt daran, dass sie sich aus zwei Komponenten zusammensetzen:

  • dem Grundbeitrag (der liegt aktuell bei 14,6 Prozent vom Bruttogehalt) und
  • dem variablen Zusatzbeitrag.

Den Zusatzbeitrag können die gesetzlichen Krankenkassen selbst festlegen. Er bewegt sich zwischen 0,9 Prozent und 2,2 Prozent vom Bruttogehalt (Stand 2024).

Die Beitragsbemessungsgrenze schützt Sie zwar davor, dass Sie GKV-Beiträge in unbegrenzter Höhe zahlen müssen. Die Differenz kann aber von Krankenkasse zu Krankenkasse dennoch beträchtlich sein.

Denken Sie auch daran, dass es keinen Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Krankenversicherung für Grenzgänger gibt. Sie müssen die monatlichen Beiträge Ihrer Versicherung zu 100 Prozent selbst schultern. Umso mehr lohnt sich ein detaillierter Vergleich der Versicherer.

Wichtig zu wissen: Die GKV für Grenzgänger ist aus unserer Sicht nur für einen kleinen Personenkreis sinnvoll. In den meisten Fällen ist die Entscheidung für die Krankenversicherung nach KVG die bessere Wahl. Wir helfen Ihnen dabei gerne.

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